Einfache Integration der EnEV in den Planungsprozess – Interview mit Thomas Lichtenheld

Thomas Lichtenheld ist bei CAALA für das Thema Energiebeddarfsrechnung und EnEV zuständig. Gleichzeitig arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Bauhaus Universität Weimar am Lehrstuhl für Bauphysik.

Inwiefern kann ein Architekt in der frühen Planungsphase die Energieeinsparverordnung (EnEV) berücksichtigen?

In der frühen Planungsphase ist die Berücksichtigung der EnEV mit großem Aufwand verbunden, da die Kubaturen meist noch sehr variabel sind und verschiedenste Entwürfe vorliegen. Weil das Durchspielen vieler Varianten in kurzer Zeit problematisch ist, wird der EnEV-Nachweis meistens erst in späteren Leistungsphasen, wenn die Kubatur fixiert ist und über den Energieträger Gewissheit besteht, vorgenommen.

Wird also in den frühen Planungsphasen der tatsächliche Energieverbrauch nicht abgebildet?

Ja, und so kann das Potential aus der Geometrie meines Gebäudes in den späteren Leistungsphasen nicht mehr ausgeschöpft werden. Die Synergien aus Gebäudeentwurf, Gebäudehülle und Anlagentechnik werden nicht sinnvoll genutzt. Mit dem CAALA Online-Rechner ist das möglich: Es versetzt den Architekten in der frühen Planungsphase in die Lage, genau diese Synergieeffekte so rechtzeitig zu bewerten, dass er bei einer Entwurfsänderung sogleich erkennen kann, ob es zu einer energetischen Verbesserung oder Verschlechterung kommt. Darüber hinaus vermittelt die Software dem Planer bereits in dieser frühen Phase, was mit seinem Entwurf energetisch möglich ist.

Die EnEV ist ja durchaus kompliziert. Inwiefern muss ein Architekt Vorwissen in dem Bereich haben?

Ein Architekt hat ein Grundverständnis für die Gebäudehülle und die Anlagentechnik. Weil der Architekt das Gebäude in der Regel über alle Leistungsphasen begleitet und dabei auch in Kontakt mit Experten wie Energieberatern kommt, weiß er in etwa, wie diese beiden Parameter zusammenwirken, und wie sich Erweiterungen auswirken. Das große Potential von CAALA besteht darin, den Architekten hier zu unterstützen: Die Software gibt ihm Sicherheit, in dem sie abbildet was passiert, wenn am Gebäude Kubaturen geändert werden oder Elemente oder Baustoffen ausgetauscht werden.

Und wie gliedert sich CAALA in einen Entwurfsprozess ein?

CAALA kann schon für die ersten Entwürfe genutzt werden. In der Vorplanung eingesetzt, optimiert das Software-Tool das Geometriemodell. Bereits in der frühen Phase erkennen zu können, wie sehr sich lohnt, wenn das Gebäude energetisch besser wird, weil es zum Beispiel noch ein wenig gedreht worden ist oder an der Kubatur leichte Veränderungen vorgenommen worden sind, kann zu einem großen Mehrwert führen.

Kann ich das dem Bauherren auch vorzeigen?

Ja, das können Sie dem Bauherren vorzeigen. Das Gebäude wird in CAALA dreidimensional abgebildet. Damit verfügt der Architekt über eine Visualisierung, die zeigt, wie die Kubaturen und Räume aussehen, und wie das Objekt räumlich wirkt. Dem Bauherren kann das so

 

 

Das Interview wurde geführt von Stefan Drescher und Sebastian Dominguez