LCC im Entwurfsprozess – Interview mit Norman Klüber

Norman Klüber ist bei CAALA für das Thema TGA und Lebenszykluskostenanalyse (LCC) zuständig. Gleichzeitig arbeitet er am Fraunhofer IMWS in Halle und ist zertifizierter Koordinator für Nachhaltiges Bauen (BNB).

Wie kann ich als Architekt LCC einsetzen?

Es ist sinnvoll, LCC bereits in den frühen Planungsphasen einzusetzen. In Deutschland bewertet die Richtlinie VDI 2067  die Wirtschaftlichkeit von Gebäudetechnik – sowohl in der Herstellung als auch in der Nutzung. Dabei wird die Gebäudehülle ausgeblendet. Betrachtet der Architekt in der frühen Planungsphase beide Systeme zusammen, weiß er wie sich das eine oder das andere Kosten seitig auswirkt.

Interessiert das den Bauherren?

Denn Bauherren interessieren nicht nur die Herstellungskosten, sondern auch die Betriebskosten für die Nutzung des Gebäudes. Zukünftig werden darüber hinaus die Kosten für dessen Entsorgung eine große Rolle spielen.

Also muss der Architekt neben der Planung des Gebäudes zusätzlich zu den Herstellungskosten die Lebenszykluskosten berechnen? Wie soll er das machen?

Für Teilaspekte geschieht das schon heute, für das Gesamtprojekt aktuell aber immer erst am Ende des Planungs- und Herstellungsprozesses. Es muss dafür Tools geben, die alle notwendigen Komplexitätsstufen bereitstellen. Damit grundlegende Entscheidungen sich in der frühen Planungsphase auf möglichst einfache Art und Weise Kosten seitig abbilden können.

Welches Tool kann das?

CAALA ist eine Software, die online diese Module anbietet: Sowohl die Lebenszyklusanalyse für die Ökobilanzseite als auch die Lebenszykluskostenanalyse. Mit dem Ziel, sie in der frühen Planungsphase – Vorentwurf oder Entwurf – dem Planer als Entscheidungsgrundlage zur Verfügung zu stellen.

Über welche Daten muss ich zusätzlich zu dem Gebäudedesign verfügen, damit ich LCC berechnen kann?

Beim LCC spielen die Betriebskosten, dass heißt die Kosten für die Energie, eine große Rolle. Darüber hinaus betrachtet LCC auch Reinigungskosten und Instandhaltungskosten, zu deren Berechnung es Informationen über die Materialien der verwendeten Bauteile benötigt.

Das Interview wurde geführt von Sebastian Dominguez