Was ist Life-Cycle-Costing (LCC) ? – Interview mit Norman Klüber

Norman Klüber ist bei CAALA für das Thema TGA und Lebenszykluskostenanalyse zuständig. Gleichzeitig arbeitet er am Fraunhofer IMWS in Halle und ist zertifizierter Koordinator für Nachhaltiges Bauen (BNB).

Was versteht man unter LCC?

LCC sind die „Life Cycle Costs“. In diesem Fall ist die Lebenszykluskostenanalyse eines  Gebäudes gemeint.

Was wird dabei berücksichtigt?

Berücksichtigt werden die Herstellungskosten, die Betriebskosten, die Nutzungskosten und, bei bestimmten LCC-Berechnungen, auch die Kosten für die Montage und Entsorgung der Materialien eines Gebäudes.

Was hat das mit Nachhaltigkeit zu tun?

Zum einen kann ein Gebäude, das nicht ökonomisch ist im Sinne geringer Lebenszykluskosten und moderater Betriebskosten, nicht nachhaltig sein. Zum anderen ist es  nachhaltig, Ökobilanz bzw. Umweltwirkungen eines Gebäudes parallel zu seinen Kosten zu betrachten.

Wie läuft eine Lebenszyklusanalyse ab?

In den deutschen Zertifizierungssystemen für nachhaltige Gebäude ist festgelegt, dass die Lebenszykluskostenanalyse nach Fertigstellung des Gebäudes und Abrechnung der erbrachten Leistungen stattzufinden hat. Die Herstellungskosten jedes verwendeten Baustoffes werden überprüft, und, anhand des Energiesparnachweises, die Höhe der Betriebskosten des Gebäudes.

Eine Lebenszyklusanalyse hat somit keine Bedeutung im Entwurf?

Ja, im Moment kann ich keine Entwurfsentscheidungen über die Lebenszykluskostenanalyse betrachten.

Wieso nicht?

Weil ich die Lebenszykluskostenanalyse erst nach Fertigstellung des Gebäudes vornehme. Derzeit kann ich meine Entwurfsentscheidung nicht dahingehend überprüfen, wie sie sich auf die Lebenszykluskosten auswirkt.

Wer macht die Lebenszykluskostenanalyse?

Das macht entweder der Auditor oder das Planungsbüro. Je nachdem, wie sie sich abstimmen.

 

Das Interview wurde geführt von Sebastian Dominguez