Kompromisslosere Geometrie, Vielseitigere Materialauswahl = mehr Freiraum für Architektur – wieso nicht auch in Deutschland?

Manchmal schaut man als Planer auf die Architektur anderer Länder und fragt sich “Wie machen die das?!“
Die Geometrie kompromissloser, die Materialienwahl vielseitiger und überhaupt scheint es, dass der Architekt bei der Planung mehr Freiräume hatte als man es selbst gewöhnt ist.

 

Im Jahre 2011, direkt nach dem Abschluss meines Studiums in Berlin, verfolgte mich genau diese Frage. Ich machte mich auf den Weg nach Chile. Besonders die Architektur von Nicolas del Rio, der mit seinem chilenischen Boutique-Architekturbüro kompromisslos gute Architektur in atemberaubende Landschaften setzte, bewunderte ich sehr. Nach knapp einem Jahr in Santiago de Chile, konnte ich allerdings immer noch nicht ganz nachvollziehen, warum solch eine Architektur nicht auch in Deutschland umzusetzen sei. Daraufhin gründeten wir eine chilenisch-deutsche Kooperation, mit dem Ziel in Zukunft auch in Deutschland DRAA (Del Rio Arquitectos Asociados) Architektur umsetzen.

Der erste Entwurf eines Einfamilienhauses lief nach Plan. Wir hatten eine Vision des Projektes, bei der wir nicht darauf warten konnten sie umzusetzen. Bis zur Baugenehmigung lief dementsprechend alles, wie auch in Chile, gewohnt ab. Aber dann kamen die Fachplaner dazu. Der Statiker hatte nichts gegen unseren Entwurf einzuwenden, immerhin hatten wir das Gebäude statisch vordimensioniert. Auch baurechtlich schien alles im grünen Bereich zu sein. Der Energieberater konnte hingegen überhaupt nicht fassen, was wir da vorhatten. Vorsprünge, Auskragungen und die Wahl des Materials wollten in der Kombination zu keinem Ergebnis führen, welches mit der EnEV vereinbar war. Die Abweichungen waren nicht enorm, aber ausreichend groß das es nur noch zwei Möglichkeiten gab, entweder “Gehe zurück auf Los” oder eben eine Menge Kompromisse, um das Projekt halbwegs im Zeitplan zu halten. Die Entscheidung wurde hier für uns getroffen. Es blieb nicht die Zeit den Entwurf in der vierten Leistungsphase noch einmal von Grund auf zu überdenken. Das hieß mehr Dämmung, weniger Auskragungen und weniger Fenster, deutlich weniger Fenster.

Am Ende ist es sehr schwer gegen Standardlösungen zu argumentieren, wenn man als Planer kein Werkzeug in der Hand hat, mit dem die energetische Gebäudeperformance selbst nachvollzogen werden kann. In unserem Büro gab es nach wenigen Jahren den Spruch “Congratulations Mr. Architect, it’s a box!“, wenn mal wieder aus einem Entwurf ein Kasten werden musste, weil uns die Argumente fehlten, warum es keine Box werden sollte.

Genau hier setzen wir an: CAALA ist das Standardwerkzeug zur energetische Vordimensionierung. Sie können CAALA hier herunterladen und mehr Freiraum beim Entwerfen genießen.

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